Impressum  

co-located event

 


 

Aussteller & Sponsoren 2014

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

powered by

 
 
 
 
 
 

Bordnetz Kongress 2015

23.-24. September 2015, Landshut

Home

Bordnetz Kongress 2014


Am 24. und 25. September brachten zwei Veranstaltungen der WEKA FACHMEDIEN in der Hochschule Landshut wieder Entwickler, Anwender und Aussteller zu den Themen „Bordnetz“ und „Automotive Software“ zusammen. Über 200 Teilnehmer, Referenten und Aussteller tauschten sich an beiden Tagen auf hohem technischem Niveau zu den neuesten Techniken und Trends aus.

Von der Bionik bis zum Steckverbinder reichte das Themenspektrum des Kongress. So vielfältig wie die inhaltlichen Aspekte sind beim Bordnetz allerdings auch die Herausforderungen für die Zukunft.

„Aus der Sicht des Autokäufers zählt beim Bordnetz nur eine Eigenschaft: Qualität.“ So brachte Dr. Tobias Moosmayer, BMW, in seiner Keynote die etwas undankbare Rolle des Fahrzeugnetzwerkes auf den Punkt. Solange alles funktioniert, wird das Bordnetz nicht weiter beachtet. Doch schon kleinste Fehler im Netz können zu gravierenden Ausfällen führen. Gleichzeitig werden die Anforderungen an das Bordnetz der Zukunft immer größer: Leichtbau, hohe Datenraten, Elektromobilität, wachsende Komplexität und Montageerleichterungen für eine älter werdende Belegschaft nennt Moosmayer u.a. als besondere Herausforderungen. Hinzu kommen noch Nachwuchssorgen in den Entwicklungsabteilungen. „Dabei ist Bordnetz-Entwicklung ganz schön sexy – zumindest auf den zweiten Blick“, so Moosmayer. Schließlich ist kaum ein anderer Bereich so interdisziplinär angelegt.

Sogar die Bionik, also die Übertragung von Wirkmechanismen aus der Natur auf technische Problemlösungen, kann für das Bordnetz zukünftig eine wichtige Rolle spielen, wie Dr. Markus Ernst, Leoni, in seinem Vortrag erläuterte. So transportiert etwa der Blutkreislauf bei Lebewesen nicht nur Energie, sondern auch Informationen. Übertragen auf das Bordnetz ergibt sich damit ein Ansatz, zukünftig über die Leistungsversorgung auch Signale zu übermitteln. Ein solcher Ansatz könnte dann eine Rückfalllösung bieten, um sicherheitsrelevante Systeme im Notfall über die Versorgungsleitung zu steuern, um einen sicheren Zustand erreichen zu können. Auch das in der Biologie bewährte Prinzip der dezentralen Energieversorgung ließe sich auf das Bordnetz-Design übertragen.

Auf dem Weg zum Systembordnetz

Zu den inhaltlichen Schwerpunkten des Kongresses gehörte auch das Thema Automotive Ethernet. Götz Roderer, Yazaki, ging dabei der Frage nach, woher bei gleichbleibender Grundtechnologie der physischen Übertragung die enorme Leistungssteigerung kommt, die bei Ethernet ungebrochen anhält. Seine Antwort: Die digitale Signalsynthese und -analysis hat ein neues Leistungsspektrum eröffnet. Verbesserte Algorithmen in Verbindung mit günstigerer Signalverarbeitung (DSPs) werden nach Ansicht von Roderer zu weiteren Leistungssteigerungen bei gleichzeitig geringeren Leitungskosten führen.

Auch Oliver Druhm, Dräxlmaier, betonte zwar, dass es sich bei Ethernet um das weltweit erfolgreichste und leistungsfähigste Kommunikationsmodell handele, stellte aber zugleich fest: „In puncto Geschwindigkeitsniveau  liegen Automotive-Anwendungen im Vergleich zu den aktuellen Top-Datenraten rund 20 Jahre zurück.“ Zudem hat sich in Tests bei Dräxlmaier der Einfluss von Alterungsprozessen gezeigt. Insbesondere Spritzwasser verändert die Eigenschaften von Ethernet-Leitungen. Grundsätzlich zog Druhm aber ein positives Fazit: „Mit Ethernet wird das System Bordnetz tatsächlich zum Systembordnetz.“

In weiteren Vorträgen ging es u.a. um den Einsatz von virtuellen Kabeln und Bussen etwa für die Anbindung von Messsystemen, reversible Einpressverbindungen, innovatives Energiemanagement, sowie um Prozessoptimierungen bei der Bordnetzentwicklung. Für das Trendthema Elektromobilität präsentierte Dr. Ulf Schwalbe, TU Ilmenau, einen interessanten systematischen Vergleich von unterschiedlichen Bordnetzspannungen zwischen 50 V und 1000 V. Laut der Untersuchung bietet eine Spannung von 100 V den besten Kompromiss aus Effizienz, Leistungsdichte, Kostenersparnis und Sicherheit. Eine Bordnetzspannung von 50 Volt schneidet fast ebenso gut ab, hat aber zusätzlich den Vorteil, dass kein aufwändiger Spannungsschutz notwendig ist. Die kommende zweite Spannungsebene von 48 Volt im Bordnetz ist also auch aus wissenschaftlicher Sicht gut gewählt. 

Gemeinsame Ausstellung mit dem Automotive Software Kongress

Im gemeinsamen Ausstellungsbereich der beiden Veranstaltungen präsentierten die Aussteller die neuesten technischen Entwicklungen rund um die Konferenzthemen. An den Ausstellungsständen führten die Teilnehmer in den Vortragspausen intensive Gespräche und informierten sich ausgiebig über die angebotenen Lösungen. Aufgrund des herrlichen Wetters wurden viele Fachgespräche kurzer Hand ins Freie verlegt.

Impressionen Bordnetz und Automotive Software Kongress 2014